Was ist Whistleblowing? Wer sind die Whistleblower?
* Whistleblowing heisst soviel wie: Alarm schlagen.
* Whistleblower sein heisst soviel wie: Hinweisgeber sein.
Menschen betreiben Whistleblowing, wenn sie Kenntnisse von illegalen,
irregulären, illegitimen oder unethischen Praktiken und Zuständen innerhalb
eines Unternehmens, einer Behörde oder der öffentlichen Verwaltung haben und
sich an die Öffentlichkeit (Presse, Staatsanwaltschaft, Polizei,
nichtstaatlich-kritische Organisationen und andere Dritte) wenden. Hauptantrieb
der Hinweisgeber ist zumeist ein moralisches Gewissen, ist die Überzeugung,
dass gewisse Handlungsweisen oder Unterlassungen allgemein anerkannten
Wertvorstellungen widersprechen und gegen Treu und Glauben verstossen. Der
Gang an die Öffentlichkeit stellt für die Whistleblower die Ultimo Ratio dar,
vorausgegangen sind oft vergebliche Versuche, intern (im Unternehmen, in der
Organisation) auf unfaire, ungerechte und ungute Praktiken und Risiken
aufmerksam zu machen.
Was riskieren Whistleblower?
Durch die Aufdeckung von Rechtsverstössen oder sonstigem sozialwidrigem
und unethischen Verhalten ihrer Arbeitgeber setzen sich Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen erheblichen Risiken aus. Ihnen drohen berufliche Nachteile
und Mobbing am Arbeitsplatz oder sogar Kündigung und Verlust des
Arbeitsplatzes. Denn Whistleblower handeln im Spannungsverhältnis zwischen dem
öffentlichen Interesse an der Aufdeckung von Korruption und anderen Missständen
in Betrieben und Behörden einerseits und den zivil- und arbeitsrechtlichen Pflichten
des Arbeitnehmers gegenüber seinem Arbeitgeber andererseits. Wann in diesem
Spannungsverhältnis die Wahrnehmung staatsbürgerlicher Pflichten die Verschwiegenheits-
und Loyalitätspflicht gegenüber dem Arbeitgeber überwiegt und eine Offenbarung von
Missständen rechtfertigt, stellt das Gesetz nicht klar.
Whistleblower sind keine Denunzianten: denn die bewusste Verbreitung
von Fehlinformationen, Verleumdung, falsche Verdächtigungen und Beleidigungen
müssen auch in Zukunft strafrechtlich verfolgt und bestraft werden. All dies
ist kein Whistleblowing. Der gutgläubige Hinweisgeber aber muss geschützt
werden.
Weshalb ist Whistleblowing wichtig?
Unternehmen,
Organisationen und öffentliche Verwaltungen sollten grundsätzlich ein Interesse
daran haben, dass Missstände und unethische oder rechtswidrige Verhaltensweisen
intern gemeldet und behoben werden können bevor diese an die Öffentlichkeit
gelangen. Je früher eine kritische Information als solche bekannt ist, desto
eher ist das Eingreifen einer präventiven Strategie möglich. Dieses intern
vorhandene Wissen kann durch ein Hinweisgebersystem fruchtbar gemacht werden.
Whistleblowing und Hinweisgebersystem
Whistleblowing
als internes Frühwarnsystem kann nur funktionieren, wenn den Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen das Gefühl vermittelt wird, dass sie angehört und ernst
genommen werden und im Falle einer Mitteilung zu keinem Zeitpunkt negative
Konsequenzen zu befürchten haben. Dazu unabdingbar ist die Schaffung und
Erhaltung einer integren und transparenten Organisationskultur. In einem Klima
der Angst und Autoritätsgläubigkeit, in einem Umfeld, in dem Kritik unerwünscht
und Kritiker diskriminiert und kalt gestellt werden, wird kein Mitarbeiter
Informationen an eine interne Stelle herantragen.
Will ein
Unternehmen, eine Organisation oder eine öffentliche Verwaltung vom
Whistleblowing profitieren, muss garantiert werden können, dass Whistleblowing
zu keiner Benachteiligung führt, dass der Hinweisgeber stets anonym bleibt und
seine Informationen im gesetzlich zulässigen Rahmen vertraulich bearbeitet
werden. Technische Lösungen zur Sicherung anonymer Kommunikation
(beispielsweise mit der Einführung der Anwendung des Business Keeper
Monitoring Systems (BKMS® System) machen die Bereitschaft, Whistleblower zu
schützen, glaubwürdig.